Gebäudetechnik erleben und verstehen
Im Labor soll die Technische Gebäudeausrüstung für Studierende der Architektur und des Bauingenieurwesens greifbar gemacht werden. Statt Anlagen nur aus Lehrbüchern zu kennen, erleben die Studierenden Gebäudetechnik im Echtbetrieb und entwickeln ein Gespür dafür, wie viel Raum, Technik und Planung hinter Heizung, Lüftung und Sanitär stecken. Über die Bachelor-Veranstaltungen TGA I und TGA II hinaus reicht das Angebot von praxisnahen Workshops über eine Vortragsreihe mit den Fördermitgliedern bis zu Exkursionen und Abschlussarbeiten. So entsteht ein durchgängiger Weg von der ersten Laborführung bis zur eigenen Abschlussarbeit in Zusammenarbeit mit der Industrie.
Lehre im Bachelor
Den Einstieg bildet TGA I im Sommersemester mit dem Themenblock „Trinkwasser und Entwässerung im Gebäude - vom Hausanschluss bis zum Kanal". In Kleingruppen arbeiten die Studierenden direkt an den realen Anlagen des Labors. Am Hausanschluss geht es um Trinkwasserhygiene und um die Frage, warum Wasser nach längerer Stagnation zum Risiko wird und wie sich das verhindern lässt. An Speicher-Warmwasserbereiter, Frischwasserstation und Wohnungsübergabestation vergleichen sie, wie Trinkwarmwasser erzeugt wird und welche Rolle Energieeffizienz und Legionellenschutz dabei spielen. Hinzu kommen die Abwasserinstallation und Dimensionierung der Rohre. Gearbeitet wird in Stationen, in denen die Studierenden sich die Technik am realen Bauteil gegenseitig erklären. Ziel ist ein Gefühl für Größenordnung, Platzbedarf und die Schnittstellen der Gebäudetechnik zur Architektur.
In TGA II geht es im Wintersemester eine Ebene tiefer in die Anlagentechnik, in zwei Laborterminen und erneut in Kleingruppen direkt an den Anlagen.
Der Themenblock Wärmeversorgung behandelt an den realen Wärmeerzeugern des Labors – Wärmepumpe und Gastherme, ergänzt um Fernwärmeübergabe und bivalenten Betrieb – wie Wärme erzeugt, verteilt, gespeichert und über die Fußbodenheizung an den Raum abgegeben wird. Themen wie Druckhaltung und Heizlast kommen hinzu, und abschließend zeichnen die Gruppen ein eigenes Systemschema der Anlage.
Der Themenblock Lüftung, Kühlung und Gebäudeautomation widmet sich der Frage, wie Räume mit Luft versorgt und gekühlt werden. Ausgehend von der Kühllast vergleichen die Studierenden reale Kühlsysteme wie Kühldecke, Kühlsegel und Fan-Coil, machen die Luftführung an der Lüftungsanlage sichtbar und verfolgen auf Ebene der Gebäudeautomation, wie diese Systeme geregelt und überwacht werden. Beide Termine setzen auf das gegenseitige Erklären an den Anlagen und machen so deutlich, wie die einzelnen Gewerke im Betrieb zusammenspielen.
Im Wintersemester wird im Labor das Wahlpflichtfach Zukunftsfähige Gebäudetechnik im TGA-Labor angeboten. Die Fördermitglieder des Innovationsnetzwerks halten dazu Vorträge zu den eigenen Themen z.T. an den Anlagen im Labor, und die Studierenden entwickeln in Gruppen ein eigenes Energiekonzept für einen selbst gewählten Gebäudeentwurf. So verbinden sie technisches Verständnis mit gestalterischer Planung.
Exkursionen
Die Lehre im TGA-Labor reicht über das Labor hinaus. Regelmäßig führen Exkursionen die Studierenden dorthin, wo Gebäudetechnik geplant, produziert und betrieben wird. Dazu gehört die Besichtigung der technischen Gebäudeausrüstung in realen Gebäuden, im eingebauten Zustand und im Zusammenspiel des Gesamtsystems, ebenso wie Besuche bei den Fördermitgliedern, etwa in der Produktion oder in deren Schulungszentren. So vertiefen die Studierenden ihr Verständnis für den Weg von der einzelnen Komponente zur fertigen Lösung und knüpfen zugleich erste Kontakte in die Branche.

Abschlussarbeiten
Im Kontext des TGA-Labors können Bachelor- und Masterarbeiten innerhalb der hier angebotenen Themenbereiche geschrieben werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, eine Arbeit in Zusammenarbeit mit einem der Fördermitglieder anzufertigen. Feste, ausformulierte Themen werden dabei nicht vorgegeben; die konkrete Fragestellung wird jeweils nach Absprache festgelegt. So verbindet sich eine praxisrelevante Aufgabenstellung mit einem direkten Bezug zur Industrie, was einen guten Einstieg in das Berufsleben darstellt.
